Leben nach dem Tod

 

 

 

 

Licht am Ende des Tunnels ?
Das Phänomen des Todes. Sterben - Was ist das ? Diese Frage gibt es, solange es schon Menschen gibt. Das Interesse am Phänomen des Todes ist sehr gross. Die meissten jedoch sprechen äusserst ungern darüber. Ein  Grund  dafür  mag sein, das der Tod in unserer Gesellschaft ein Tabu darstellt.  Etwas worüber nicht  gesprochen wird. Mit  dem Thema Tod konfrontiert  zu werden heisst  auch, dass man sich bewusst wird über den eigenen Tod.  Das Sterben wird mit schlafen gleichgesetzt. Aber auch mit Vergessen. Wenn jemand stirbt, dann  ist er sorglos, denn dann wurde alles vergessen. All diese Vergleiche   bieten jedoch keinen Trost, denn  wenn der Tod  das Vernichten   der bewussten Existenz darstellt, so hat er nichts mit so schönen Dingen wie schlafen und vergessen zu tun. Denn wir schlafen um uns zu erholen und wieder frisch zu erwachen. Wir schlafen um die Wachphase energievoll zu meistern.  Schlafen hat somit nichts mit dem  Tod zu tun.  Mit  dieser Interpretation des Todes wie sie gebräuchlich ist. Es gibt jedoch noch eine andere Anschauung, die sich  abhebt von der Vorstellung, der Tod sei die Vernichtung des Bewusstseins. Nach dieser Überlieferung  bleiben bestimmte  Aspekte eines Menschenwesens erhalten. Auch dann wenn  der Körper vergeht und der Leib schliesslich nicht  mehr  existiert. Diese überdauernden "Teile" haben viele  Namen bekommen,  darunter Psyche, Seele, Geist, Selbst, Wesen,  Sein und Bewusstsein. Die Vorstellung  vom  Eintritt  in  eine andere  Existenzform nach dem leiblichen  Tod  gehört zu den wohl  ältesten Glaubensinhalten der Menschen. In  der Türkei  wurde  eine Grabstätte  entdeckt, die vor rund hunderttausend   Jahren  von  Neandertalern angelegt wurde. Aus  den Überresten  konnten  die  Archäologen  den Schluss ziehen,  dass  diese frühen Menschen  ihre Toten auf Blumen und  Blütenzweigen  gebettet  haben.  Vielleicht haben sie den Tod als einen feierlichen  Anlass  verstanden - als den  Übergang  in die nächste  Welt-. Viele  Menschen  behaupten von sich,  sie  seien  schon  einmal gestorben. Diese Leute lassen sich in 3 Kategorien einteilen.

 

1. Erfarungen von Personen, die reanimiert worden sind, nachdem  sie  von  ihren  Ärzten als klinisch tot  erklärt worden waren.

 

2.Erfahrungen von Personen, die bei Unfällen, schweren Verletzungen oder Erkrankungen dem biologischen Tod sehr nahe gewesen sind.

 

3.Erfahrungen von  Personen,  die  ihre Erlebnisse beim Sterben anderen Menschen, die bei ihnen waren, erzählt haben.
 

Die Erfahrung des Sterbens
Ein Mensch liegt im Sterben. Während seine körperliche Bedrängnis  sich ihrem Höhepunkt nähert, hört er, wie der Arzt  ihn  für tot erklärt. Mit einemmal nimmt er ein unangenehmes  Geräusch wahr, ein durchdringendes Läuten oder Brummen,  zugleich hat er  das  Gefühl,  dass  er  sich  sehr rasch  durch  einen  langen,  dunklen  Tunnel bewegt.  Danach  befindet  er  sich  ausserhalb seines Körpers, jedoch in derselben Umgebung wie zuvor. Als   ob  er  ein Beobachter  wäre,  blickt  er   nun  aus einiger Entfernung auf seinen eigenen Körper. Zutiefst aufgewühlt wohnt  er seinen eigenen Wiederbelebungsversuchen bei.  Nach  einiger  Zeit  fängt  er sich  und  beginnt, sich immer  mehr an seinen Zustand  zu gewöhnen. Wie er entdeckt, besitzt  er noch immer einen  Körper,  der sich  jedoch  sowohl  seiner   Beschaffenheit als auch seiner Fähigkeiten nach wesentlich von dem physischen Körper,  den er zurückgelassen hat, unterscheidet. Bald kommt es  zu   neuen   Ereignissen.  Andere Wesen  nähern   sich dem Sterbenden, um ihn zu begrüssen und ihm zu  helfen. Er erblickt die  Geisterwesen bereits verstorbener Verwandte  und Freunde,  und  ein Liebe  und Wärme ausstrahlendes  Wesen,  wie   er es noch nie gesehen hat. Ein Lichtwesen erscheint vor ihm. Dieses Wesen richtet  -ohne Worte zu gebrauchen- eine  Frage  an  ihn. Sie soll  ihn dazu bewegen sein  leben als Ganzes  zu bewerten. Es  hilft  ihm  dabei, indem  es  das Panorama der  wichtigsten  Stationen  seines Lebens in  einer  blitzschnellen  Rückschau an ihm vorüberziehen lässt. Einmal scheint es dem Sterbenden, als ob  er  sich  einer Art Schranke  oder   Grenze   nähere, die offenbar  die  Scheidelinie  zwischen  dem Irdischen   und  dem  folgenden Leben darstellt. Doch  wird   ihm  klar,  dass  er  zur Erde   zurückkehren  muss, da der Zeitpunkt seines Todes noch nicht   gekommen   ist. Er   sträubt sich dagegen, denn seine Erfahrungen mit  dem  jenseitigen  Leben  haben ihn gefangen genommen. So sehr,  dass  er  nicht  mehr  umkehren  möchte.  Er  ist von überwältigenden Gefühle der Freude, der  Liebe und des Friedens erfüllt.  Trotz   seines inneren Widerstandes - und ohne zu wissen wie - vereinigt   er   sich   dennoch  wieder mit  seinem physischen Körper und lebt weiter. Bei seinen  späteren Versuchen,   anderen Menschen   von    seinem  Erlebnis  zu berichten,  trifft er auf grosse Schwierigkeiten. Zunächst einmal vermag er keine menschlichen  Worte  zu  finden, mit   denen sich überirdische    Geschehen    dieser    Art    auszudrücken liessen. Da er zudem entdeckt, dass man ihm  mit  Spott  begegnet,  gibt  er  es  ganz  auf anderen   davon  zu erzählen. Dennoch hinterlässt das Erlebnis tiefe Spuren in seinem Leben. Es beeinflusst die Art, wie der jeweilige Mensch dem Tod gegenüber steht und dessen Beziehung zum Leben auffasst.
Uns allen ist  eine Zeit  des Lebens und eine Zeit des Todes beigemessen. Eine Frau,   die   während  eines  Unfalls zu ersticken drohte, sagte sie wäre aus ihrem Körper ausgetreten und habe schon verstorbene   Verwandte  wieder gesehen. Sie glaubt,  dass man mit dem Tod  mit den Seelen geliebter Menschen wiedervereinigt wird. Sie  sagte: " Ich habe keinerlei Angst mehr vor dem   Tod  und beneide fast  die Menschen, die vor mir sterben. Ich weiss, wo sie sind und wie schön es dort ist."  Die Verringerung der Todesangst ist für manche Menschen ein  so  einschneidendes Ereignis, dass sie in  ihrer alltäglichen Lebensführung statt der vorherigen Furchtsamkeit  nun eine fast überschwängliche Lebensfreude  an   den   Tag   legten.  Sie  haben die Angst davor abgelegt Unbekanntes auszuprobieren  und  Risiken einzugehen. Sie machten sich kaum noch Sorgen über die Drohung des Todes.

 

Das Hören der Todesnachricht
Zahlreiche   Menschen   haben  davon   berichtet,  dass  sie  gehört  haben, wie sie von ihrem Arzt oder einem  anderen Anwesenden   effektiv  für tot  erklärt  wurden. Eine Frau gab an :

"Ich  lag  im  Krankenhaus,  aber keiner  wusste  so richtig, was mir eigentlich fehlte. Damit endlich Klarheit geschaffen werden konnte, schickte  mich  mein  Arzt zum Radiologen. Ein Leber-Szintigramm sollte erstellt werden. Da ich etliche Arzneimittelallergien   habe,  wurden   einige Tests gemacht.   Wozu  mir  Spritzen gesetzt   wurden, diese blieben   jedoch   ohne    Reaktion.  Als  das  Mittel   erneut ausprobiert   wurde,   setzte  mein Herz aus. Ich hörte, wie  der Radiologie  zum Telefon ging.  Ich  bekam  jedes Geräusch  mit, dann hörte ich ihn deutlich sagen: Dr. Miller, ich habe  ihre Patientin  Frau  Martin   umgebracht.  Dabei  wusste  ich genau, dass ich nicht tot  war. Ich versuchte mich zu rühren oder ihnen etwas zu sagen, aber das vermochte ich  nicht.  Als  sie dann versuchten mich  wieder zu beleben,  konnte  ich sie  sagen hören wieviel  Kubikzentimeter  irgendeines Mittels sie mir  geben wollen. Aber vom Einstich  der Nadel spürte ich nicht das geringste.

 

Gefühle von Frieden und Ruhe
Viele  Menschen schildern ausserordentliche angenehme Gefühle und Sinneswahrnehmungen. Ein Mann, der schwere Kopfverletzungen erlitt, und  jegliche Lebenszeichen  ausblieben,  erzählte folgendes : Als  es  passierte   durchfuhr  mich ein Schmerz,  der  aber schnell  wieder verschwand. Ich  hatte   das  Gefühl   in einem dunklen Raum  zu schweben.  Ich  verspürte Wärme und das höchste Wohlbehagen  das ich  jemals  erlebt  hatte.  Dabei  dachte  ich -ich muss tot sein-

 

Eine Frau berichtet :
Auf   einmal   erfüllten  mich  die   denkbar  wohltuendsten  Gefühle. Es gab  nur noch Frieden,   alles  was  mich je bedrückt  hatte  war   verschwunden.  Ich fühlte grosse Harmonie in mir.

 

Der dunkle Tunnel
Gleichzeitig  mit dem Auftreten von Geräuschen haben die  Betreffenden  oftmals das Gefühl, sehr rasch durch einen "dunklen Raum"  gezogen   zu   werden. Zur Beschreibung dieses Raumes   werden   viele   verschiedene   Ausdrücke  verwendet. Einige   davon   sind,   Höhle,  Schacht, Rinne,  Tunnel,  eingegrenzter   Raum, Vakuum, Leere,  Rohr, Tal, Zylinder     usw.     Obwohl   sich   die   Menschen unterschiedlicher Bezeichnungen   bedienen,  wird  doch  klar, dass  sie  alle die gleiche  Vorstellung in Worte zu fassen versuchen.

 

Bericht eines Jungen von 9 Jahren
Es  ist   zwar   schon  27  Jahre her, aber es ist so beeindruckend, dass   ich   es bis heute nicht vergessen habe. Eines Nachmittags wurde ich  plötzlich  sehr  krank, und man   brachte  mich   schnell  ins  nächste  Krankenhaus. Als   ich dort ankam, wurde beschlossen,  mir eine Narkose  zu  geben. Warum, weiss ich nicht, weil ich damals noch zu klein war um es  mir  zu  merken. In  jener  Zeit  wurde noch mit Äther gearbeitet. Die Narkose wurde mir verabreicht, indem mir ein  Tuch  über  die Nase gelegt wurde  genau in   diesem   Augenblick,  so  wurde  mir  später erzählt, setzte mein  Herz   aus.  Ich hatte keine Ahnung  was  passierte,  aber  auf  jeden Fall hatte ich ein Erlebnis.  Das erste was geschah, war das ich so ein  Tönen hörte:  brrrrrrrnnnnnnnng - brrrrrrrrrnnnnng -  brrrrrrrrnnnnnnnng immer im gleichen Rhythmus. Dann bewegte ich mich  durch einen langen Gang. Ich  bewegte  mich hin und her, vibrierte die ganze Zeit im  Rhythmus dieses Geräusches,  dieses  klingenden   Geräusches.

 

Quelle: "Leben nach dem Tod" von R.Moody.

 

zurück